Deutsche Übersetzung

Planche 1: Munidorf – Das falsche Dorf

Ein verstecktes Munitionsdepot

Während der deutschen Besetzung Dänemarks 1940-1945 wurde der Flugplatz bei Aalborg als militärischer Fliegerhorst vollständig umgebaut. Als erstes wurde, aus Furcht vor englischen Fliegerangriffen, ein getarntes Munitionsdepot außerhalb des Flugplatzgeländes angelegt.

Zu diesem Zweck hatten sich die Deutschen ein Acker zwischen Birkelse und Aabybro ausgesucht. Der Plan war ein Munitionsdepot als Dorf zu tarnen, um englische Fliegerangriffe zu vermeiden.

Als Dorf getarnt.

Ein Acker, der zum Birkelse Hovedgård gehörte, wurde für den Zweck beschlagnahmt, und schon Ende Mai 1940 fingen die Handwerker an das falsche Dorf, das die Deutschen Munidorf (Muni – Munition, und Dorf) nannten, zu bauen.

Bild 1.1 – In der Mitte des Bildes sieht man das falsche Dorf „Munidorf”. Links unten sieht man den Hof Birkelse Hovedgaard, zu dem der Acker gehörte, und oben in der Mitte sieht man die Eisenbahnbrücke, auf dem Sie sich jetzt gerade befinden. Links kann man einen Teil von Aabybro sehen.

Das falsche Dorf befand sich auf dem Acker direkt vor Ihnen.

Foto: Royal Air Force luftfoto fra 1945.

Bild 1.2 – Eine Gruppe von Arbeiter errichten eine Verschalung für den Bunker in Munidorf. Der Bunker hatte eine Wand- und Deckenstärke von nur 40. Wahrscheinlich sollten hier Zünder für Fliegerbomben und Munition aufbewart werden.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 1.3 – Die Arbeiten wurden von der dänischen Baufirma Fuchs og Gröne ausgeführt, die bis zu 100 Mann beschäftigte. Hier halten einige der Arbeiter eine Pause.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Planche 2: Eine direkte Verbindung zum Fliegerhorst.

Die Schmalspurbahn

Es wurde eine Schmalspurbahn zwischen dem Fliegerhorst Aalborg Vest und den Bahnhof Aabybro angelegt, der an Munidorf vorbeiführte. Vom Bahnhof Aabybro ging eine Seitentrasse aus, die parallel zur Eisenbahn nach Westen führte. Die Seitentrasse führte als eine Schlaufe am Bunker vorbei und von dort unter der Eisenbahnbrücke an der Au.

Die Schmalspurban führte in das falsche Dorf, wo es sich verzweigte, so dass Munition und Bomben von dem verschiedenen Gebäude geladen werden konnten. Von Munidorf führte die Bahn etwa 10km nach Südosten zum Fliegerhorst, wo die Munition entladen werden konnte.

Die Lokomotiven David, Goliath und Onkel Wilhelm

In Munidorf gab es drei kleine Lokomotiven, hergestellt von Pedershaab Maskinfabrik in Brönderslev, um die Munition zu transportieren. Nahe am Skeeslunder Wald, auf halber Strecke zwischen Munidorf und dem Fliegerhorst, gab es eine Reparaturgrube, um die Lokomotive zu pflegen.

Bild 2.1 – Die Schmalspurbahn drehte sich wie eine Schlinge um den Bunker, auf dem Sie jetzt stehen, und führte danach unter der Eisenbahnbrücke. Damals war die Au schmaler als Heute, so dass man damals die Eisenbahntrasse unter der Brücke führen konnte.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 2.2 – Die rote Linie zeigt in etwa die Streckenführung vom Bahnhof Aabybro, am Bunker an der Eisenbahnbrücke  vorbei und Richtung Südosten zum Fliegerhorst.

Kilde: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 2.3 – Eins der kleinen Diesellokomotive, die Munition von Munidorf zum Fliegerhorst brachten. Gegen Ende der Besatzungszeit gab es drei, deren Spitznamen David, Goliath und Onkel Wilhelm waren.

Foto: Ukendt

Planche 3: Als Dorf getarnt

Ein typisches dänisches Dorf?

Munidorf sah auf dem ersten Blick wie ein ganz gewöhnliches Dorf aus. Es gab Höfe, eine Schule, eine Meierei und eine Kirche. Aber alles war nur zum Schein – die Türen, Fenster und sogar die Kirchturmuhr und die Stockrosen waren nur gemalt.

Es wurden etwa 40 Häuser und einen Bunker gebaut. In den Häusern waren Munition, Fliegerbomben, Zündsätze, Handgranaten u.s.w. gelagert. Die Straßen zwischen den Häusern waren mit bemalten Holzplanken bester Qualität aus Pommern ausgelegt. Wie viel Munition gelagert war ist nicht präzise überliefert – eine Quelle spricht von 48.000 Tonnen.

Die Briten kannten Munidorf

1944 kannten die Briten Munidorf und wussten, dass es ein Munitionsdepot war. Trotzdem wurde der Ort nie gebombt. Entweder konnten die Piloten das Ziel beim Überflug nicht erkenne, oder die Briten hatten das Risiko  ein Munitionslager so nah an zivilen Wohnungen anzugreifen als zu groß singeschätzt.

Bild 3.1 – Deutscher Luftwaffensoldat vor einigen großen Fliegerbomben des Typs SC1800, die etwa 18000 kg wogen. Die Ringe werden Kopfringe genannt, und sollten verhindern, dass die Bombe tief ins Erdreich eindrang, bevor sie explodierte .

Die großen Bomben wurden auf Schlitten unter offenen Himmel aufbewahrt, bis mehr Baracken gebaut wurden.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 3.2 – Eine Karte von 1944 aus einem englischen Archiv. An der obersten linken Ecke steht: ”Birkelse Ammunition dumps for Aalborg West”. Die Karte beweist, dass der englische Nachrichtendienst den Ort und die Funktion von Munidorf kannten.

Kilde: Jørn Junker.

Planche 4: Fotos von Munidorf

4.1 – Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

4.2 – Foto: Ole Rønnest.

4.3 – Foto: Rigsarkivet.

4.4 – Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

4.5 – Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

4.6 – Foto: Ole Rønnest.

4.7 – Foto: Frihedsmuseets Fotoarkiv.

Planche 5: Erinnerungen eines Arbeiters

Er baute Munidorf

Das falsche Dorf Munidorf wurde mit dänischer Arbeitskraft errichtet. Einer der Arbeiter war der damals 22-jährige Zimmermann Jens Chr. Michaelsen, der später seine Erlebnisse niedergeschrieben hat.

(Zitat):

”Sämtliche Baracken wurden so getarnt, dass sie von der Luft wie eine kleine Stadt erschienen. Auf fast allen flachen Dächern wurden neue, steilere Sparren errichtet. Latten und Dachpappe wurden angenagelt, so dass die Gebäude augenscheinlich rote, grüne oder graue Dächer hatten. Eines wurde mit Rohrmatten gedeckt, so dass es wie ein Reetdach aussah.

Die Kirche bekam einen Glockenturm, Die ”Meierei” hatte ein besonderes Dach mit Luftkappen. Es wurden Türe und Fenster an den Außenwänden gemalt, und einige Häuser bekamen ein ‚Fachwerk‘. In einem gewissen Abstand sah es eigentlich recht schön aus..”

”Die deutschen Wachen, die am Depot stationiert waren, wurden regelmäßig ausgewechselt. Die Jungen waren meistens überzeugte Nazis, mit denen man nicht sprechen konnten. Aber besonders eine Gruppe waren für längere Zeit stationiert. Die waren etwas älter – einige hatten den 1 Weltkrieg erlebt. Die waren besonnen, und ich glaube nicht, dass sie richtige Nazis waren. Einer sagte:” Ich habe nicht darum gebeten hierhin zu kommen – glaube mir, ich wäre lieber daheim bei Frau und Kinder.“

Bild 5.1 – Jens Christian Michaelsen (28/4 1918 – 31/5 1991) war einer der dänischen Arbeiter, die an der Errichtung des falschen Ortes Munidorf 1940-41 beteiligt war. Seine Erinnerungen an jene Zeiten sind eines der wichtigsten Zeugenaussagen über Munidorf.

Bild 5.2 – Dänische Arbeiter essen ihr Mittagsessen im Schatten der Munitionskisten. Im Anfang gab es keinen Vorarbeiter auf dem Platz – deshalb waren die Pausen ausgedehnt. Später änderte sich das – ein Vorabeiter hielt die Arbeiter auf Trab.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn

Planche 6: Die Baufirma Fuchs und Gröne

Von Hadersleben nach Aabybro

Der Bau von Munidorf wurde von dem deutschen Bureau fürs Bauwesen Aalborg – genannt die Bauleitung Aalborg – organisiert. Sie beauftragte die neugegründete Baufirma Fuchs und Gröne mit dem Bau von Munidorf. Zuerst sollen 18 Baracken gebaut werden, später kamen noch weitere dazu.

Die Eigner Friedrich Fuchs og Ludvig Heinrich Gröne erreichten Aabybro am 28. Mai 1940, und fingen gleich mit den Arbeiten an. Sie hatten Material und Arbeiter mitgebracht, aber schnell zeigte es sich, dass diese nicht ausreichten. Es musste örtlich rekrutiert werden und innerhalb eines Monats waren 100 Mann angestellt.

Als Kriegsgewinnler verurteilt.

Munidorf War im Sommer 1941 im Großen und Ganzen fertiggestellt, aber Fuchs und Grönes waren für den Rest des Krieges mit Ausbau und Instandsetzung beschäftigt und nahmen auch weitere Aufgaben für die Deutschen war.

Fuchs og Gröne hatten beide ihre Wurzel in der deutschen Minderheit in Hadersleben in Nordschleswig. Dies trug sicher dazu bei, dass beide nach dem Krieg zu Gefängnisstrafen und Geldbusen verurteilt wurden. Im Laufe der 5 Jahre der Besatzung hatten sie einen Umsatz von fast 34 Millionen Kronen.

Bild 6.1 – Friedrich Fuchs wurde 1901 in Hadersleben geboren, Ursprünglich als Architekt ausgebildet besaß er eine kleine Baufirma in Hadersleben, bevor er im Frühling 1940 nach Aalborg zog.                                          

Foto: Rigsarkivet.

Bild 6.2 – Ludvig Heinrich Gröne wurde 1874 in Broager geboren. Er betrieb eine vielseitige Baufirma in Avnbøl, und lebte in Hadersleben, bis er im Frühling 1940 nach Nordjytland zog.

Foto: Rigsarkivet.

Bild 6.3 – Eine provisorische Vorarbeiterbude in Munidorf.

Foto: Søren Flensted.

Planche 7: Der Hundepfleger Evald

Als Landesverräter verurteilt.

In Munidorf waren eine Reihe von Dänen angestellt, die andere Aufgaben als Bauarbeiten hatten. Einer davon war der Bauarbeiter Evald. Er wurde bei den Prozessen nach der Befreiung verurteilt, weil er andre Aufgaben als ausschließlich zivile Lohnarbeiten ausgeführt hatte.

35-40 deutsche Soldaten in Munidorf

Evald war von Dezember 19444 bis zur befreiung 1945 angestellt. Soll man seine eigenen Angaben Glauben schenken, bestanden seine Arbeitsaufgaben daraus, die vier bis fünf Wachhunde zu füttern, dressieren und mit ihnen Gassi zu gehen.. Zudem hat er den Ofen geheizt und die Baracken gereinigt. Mitunter hat er auch einen der 6 dänischen Wachleuten abgelöst. Diese Wachleute wurden allerding im März 1945 entlassen, als sie beim Kartenspielen in der Dienstzeit erwischt wurden. Danach wurden die Wache von deutschen Soldaten übernommen.

Nach Evalds Angaben bestand die Mannschaft in Munidorf aus 35-40 Soldaten und 6 dänischen Wachen.

Bomben nach Berlin

Ab April 1945 änderten sich die Aufgaben für Evald. Jetzt sollte er damit helfen, Bomben und Munition zum Fliegerhorst zu bringen. Sie arbeiteten fast rund um die Uhr – zum zweifachen Stundenlohn. Die großen Mengen Munition sollten vermutlich nach Süden zur Verteidigung Berlins gebracht werden.

Bild 7.1 – Evald war in Himmerland aufgewachsen und hatte eine Ausbildung als Gärtner. Nach Kriegsende wurde Evald wegen seiner Arbeit in Munidorf zu einem Jahr Gefängnis und Aberkennung seiner bürgerlichen Rechte für fünf Jahren verurteilt.

Foto: Rigsarkivet.

Bild 7.2 – Es gibt keine Bilder der Mannschaftsbaracke in Munidorf – nur diese Skizze. Hier sollte Evald saubermachen und den Ofen heizen. Die Baracke befand sich vermutlich in dem 2Tierpark” zwischen Munidorf und Ryå.

Foto: A.C. Johansen.

Planche 8: Munidorf nach Kriegsende

Das Munitionsdepot wird abgewickelt

In den Monaten nach der Befreiung am 5. Mai 1945 wurde das Munitionsdepot langsam abgewickelt. Die Bomben und Die Munition wurden abtransportiert und von deutschen Soldaten unter der Aufsicht der Engländer gesprengt. Die Holzbaracken wurden demontiert und zum den Fliegerhorsten Aalborg und See gebracht, wo sie als Behausung für die tausende von deutschen Flüchtlinge dienten.

Das Unglück.

Im Oktober 1945 befanden sich noch immer deutsche Soldaten in Munidorf, als eine gewaltige Explosion eines der Holzhäuser – vermutlich die Kirche – eintraf. Ein paar Unteroffiziere hatten mit einer Panzerabwehrgranate hantiert, und sie war losgegangen. Die Explosion tötete 2 deutsche Soldaten und verwundete weitere sechs.

Eine Seite d es Gebäudes wurde durch die Explosion 15-20 Meter weggeschleudert. Wie durch ein Wunder verursachte die Explosion keine Detonation des großen Lagers von Handgranaten, das sich auch in dem Gebäude befand.

Wenige Spuren heute.

Heute gibt es kaum Spuren nach dem falschen Dorf. Es gibt noch einen Betonbunker im Gebiet, wo heute Weihnachtsbäume angebaut werden. In dem Bunker wurde wahrscheinlich Zünder für Bomben und Munition gelagert.

Bild 8.1 – Nach Kriegsende wurde ein Flüchtlingslager am Fliegerhorst errichtet.

Foto: Ukendt.

Bild 8.2 – Die Kirche ist nach der großen Explosion, die zwei Unteroffizieren das Leben kostete, zusammengestürzt.

Kilde: Aalborg Stiftstidende, 20. januar 1946, Det Historiske Avisarkiv Nordjyske.

Bild 8.3 – Der Bunker auf dem Bild ist das einzige, das vom Munidorf erhalten geblieben ist. Der Bunker har relativ dünne Wände und wahrscheinlich waren Zünder für Fliegerbomben waren hier gelagert.

Foto: Peter Mølgaard.

Planche 1: Fliegerhorst Aalborg West

Der wichtige Flugplatz bei Aalborg

Das wichtigste Ziel für die Deutschen bei der Besetzung von Dänemark war die Kontrolle über den Flughafen in Aalborg, der als Zwischenstation für den Transport zwischen Deutschland und Norwegen diente. Deshalb wurde bei der Invasion am 9. April 1940 Aalborg als erstes angegriffen. Das Flughafengelände wurde am frühen Morgen von Fallschirmjäger eingenommen. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass Fallschirmjäger für diese Art Operation benutzt wurde.

Große deutsche Ambitionen

Damit der Fliegerhorst die großen deutschen Bomber bedienen konnte, mussten Starbanen und andere Einrichtungen ausgebaut werden.

Der Ausbau des Fliegerhorsts Aalborg West wurde umgehend in Angriff genommen, und schon im Juli 1940 waren der erste der beiden Startbanen aus Beton fertiggestellt. Es wurden Flak-Stellungen errichtet, Betonunterstände und Baracken gebaut. Etwa 270 Häuser und Höfe, darunter der Gutshof Rødslet, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Bis zu 16.000 Arbeiter waren an den Bauarbeiten beteiligt.

Bild 1.1 – Der Flugplatz Aalborg wurde 1938 mit einer großen Flugschau eingeweiht. Etwa 100.000 Zuschauer kamen. Bei der Besetzung Dänemarks war der kleine Flugplatz ein Hauptziel, und nach wenigen Monaten war er radikal ausgeweitet – es wurde der größte Fliegerhorst Nordeuropas und war zeitweise der größte Arbeitsplatz in Dänemark.

Bild 1.2 – Diese Bild wurde 1945-46 aufgenommen. Im Vordergrund sieht man die vielen Hangars, und in der Mitte die Starbanen in „A“-Form. Im Hintergrund sieht man Aalborg

Foto: Ukendt.

Bild 1.3 Zwei dänische Arbeiter bei Instandhaltungsarbeiten an den beiden Betonstartbanen.

Foto: Ukendt.

Planche 2: Der Luftangriff auf dem Fliegerhorst

Im Brennpunkt der Briten

Der Fliegerhorst Aalborg war nach dem Ausbau unter den grösstenin Europa, und von daher eineoffensichtliches Ziel britischer Bomber. Im Frühling und Sommer 1940 versuchten britische Flugzeuge mit wechselnden Erfolg den Fliegerhorts anzugreifen.

Der Schicksalhafte 13. August.

Besonders der Agriff am 13 August 1940 endete für die Briten tragisch. Ursprünglich waren 12 Bomber vom Typ Blenheim von England aus auf dem Weg nach Dänemark, aber eins musste wegen Motoproblemen umkehren. De restlichen 11 stzten den Flug fort, aber die deutschen Luftmeldeposten an der Westkyste hatten die Flugzeuge entdeckt und en Fliegerhorst gewarnt.

11 abgeschiossene britische Bomber

Die deutschen FlaK -batteriene waren bereit, und auch Jagdflugzeuge gingen in die Luft. Nur wenige Bomben trafen den Fliegerhorst, und alle Bomber gingen verloren Es war ein ungleicher Kampf gegen die wendigen Jagdflugzeuge.

Eines der Bomber Blenheim R3904, Stürzt 2 kilometer östlich von Aabybro ab. Nur der Pilot überlebt und wird und wird gefangengenomen und in ein Kriegsgefangenlagergebracht. Zwei weitere stürzen nahe Kaas ab undzwei weitere bei Tranum Klit.

Der Angriff am 13. August gilt als die grösste Luftschlacht über Dänemark im Zweiten Weltkrieg.

Bild 2.1 – Die Luftschlacht war natürlich am nächsten Teg die grosse Neuheit auf der Vordereite der örtlichen Tagszeitung Zwei dänische Arbeiter wurden getötet und sechs weitere verletzt.

Foto: Aalborg Stiftstidende, 14. august 1940, Det Historiske Avisarkiv Nordjyske.

Bild 2.2 – Die gefallenen beim Bombenangriff am 13. august 1940 werden auf dem Friedhof bei Vadum beerdigt. Hier lagen schon weitere britische Piloten. Auf dem Kreuz steht ”14 unbekannte englische Flieger.”

Foto: Søren Flensted.

Planche 3: Die Verteidigung des Fliegerhorstes

Flak-Stellungen um den Fliegerhorst.

Der gigantische Fliegerhorst musste ein passendes Verteidigungssystem habe. Natürlich rechneten die Deutschen mit Angriffen.

Um den Fliegerhorst herum wurden Flak-Stellungen errichtet. Diese reichten von Vadum im Osten bis nach Gjøl im Westen. Die Stellungen waren mit Entfernungsmesser, Kommunikationsanlagen und Mannschaftsbunker ausgerüstet und ständig bemannt..

Die Suchscheinwerfer bei Aabybro.

Um angreifende Flugzeuge zu entdecken, wurden Peilstationen in der Landschaft errichtet, und dazu kamen Suchscheinwerfer and der Küste und im Landesinneren. Östlich von Aabybro, bei Torngaardsvej, waren zwei Suchscheinwerfer aufgestellt. Von hier gab es einen freien Ausblick auf den Fliegerhorst Aalborg West.

Wenn die Suchscheinwerfer die Bomber erfassten, konnten sie von den Flak-Batterien abgeschossen werden.

Bild 3.1 – Eines der schweren Flak-Geschütze. Die Flakbatterien gab es rundum dem Stützpunkt und auf dem Gelände des Fliegerhorstes und fügten den britischen Bomber schwere Verluste bei.

Foto: Søren Flensted

Bild 3.2 – Solche Suchscheinwerfer waren östlich von Aabybro aufgestellt. Die Scheinwerfer hatte Räder und konnten deshalb je nach Bedarf schnell platziert werden. Sie hatten eine große Lichtstärke und konnte Ziele auf vielen Kilometern erfassen.

Foto: Søren Flensted

Bild 3.3 – Eine Skizze der großen Flakbatterie bei Gjøl. Die Batterie befand sich nördlich der Kirche, genau an der Einflugschneise zum Fliegerhorst..

Kilde: A.C. Johansen.

Planche 4: Scheinfliegerhorste

Irreführung britischer Bomber

Die deutschen versuchten mit Nachdruck den Feind irrezuführen. Auf dem Fliegerhorst wurden Hangars als zivile Gebäude getarnt, und in Munidorf erschien ein Munitionslager als ein Dorf. Und es gab auch falsche Fliegerhorste, um den Gegner dazu zu verleiten ein falsches Ziel anzugreifen.

Fra Vester Halne til Haldager

Erst wurde ein falscher Fliegerhorst bei Vester Holne errichtet. Als der durchschaut wurde, wurde einen neuen bei Haldgaer. Diese Scheinfliegerhorste hatten einen Zaun, Holzgebäude die wie Hangars aussahen und ”Geschütze” die aus Holz waren. Die Startbahnen waren mit Kreide gezeichnet.

Die Engländer hatten die falschen Fliegerhorste schnelle enttarnt, aber Nachts konnten sie immer noch die Piloten irreführen.

Bild 4.1 – 1940 legten die Deutschen einen Scheinflughafen bei Vester Halne an. Dieser löste für kurze Zeit Verwirrung bei der britischen Luftwaffe aus. Als sie jedoch entdeckten, dass es sich um eine Irreführung handelte, fingen die Deutschen an einen neuen Scheinflugplatz bei Gjøl/Haldager zu bauen.

Foto: Ukendt.

Bild 4.2 – Der falsche Fliegerhorst bei Haldager aus der Luft. Die „Startbahnen” sind deutlich zu sehen, und man ahnt einen Zaun um den Platz.

Foto: RAF flyfoto 1945. Danmark Miljøportal.

Bild 4.3 – Das Gebäude im Vordergrund ist eine recht genaue Kopie des Administrationsgebäudes auf dem Fliegerhorst Aalborg – aber aus Holz gefertigt. Es ist ungewiss, ob das Bild vom falschen Fliegerhorst bei Haldager oder den früheren bei Vester Holne stammt

Foto: Ukendt.

Bild 4.4 – Die falschen Fliegerhorste wurden von Flugzeugkopien aus Holz beschützt”..

Foto: Ukendt.

Planche 1: Stützpunkt Aabybro

Furcht vor einer alliierten Landung

Beim Jahreswechsel 1942-43 hatte sich Verlauf des Krieges gewendet. Während die deutschen Truppen am Anfang des Krieges die deutschen Truppen überall vorrückten, hatten sie jetzt Rückschläge. Großbritannien hielt stand, die Invasion der Sowjetunion war fehlgeschlagen und die USA war jetzt Teil der Alliierten. Von deutscher Seite fürchtete man eine alliierte Landung in den besetzten Gebieten – darunter Dänemark

Ein Teil des Atlantikwalls

Es galt daher die Gebiete, die Deutschland besetzt hatte, zu befestigen. Entlang der gesamten Atlantikküste Europas wurden gigantische Festungsanlagen errichtet, mit Bunkern, Geschützstellungen, Panzersperren und Schützengräben, bekannt als der ’Atlantikwall’. Die größten Geschützstellungen wurden an der Küste nahe von den wichtigsten Städten, Häfen und Straßen platziert.

Ein Knotenpunkt bei Aabybro

Aabybro wurde von den deutschen besonderen Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl der Ort damals nur ungefähr 800 Einwohner hatte. Der Ort befand sich an der Hauptstraße zwischen Aalborg und der Westküste, und war deshalb eine günstige Position für einen Stützpunkt.

Bild 1.1 – Bei der Brücke über den Ryå bei der Meierei Aabybro wurden große Betonblöcke eingelassen, um die Straßenbreite einzuschränken- Vor den Betonblöcken sieht man Eisenbahnschwellen, die senkrecht in die Straße eingelassen werden konnten. Rechts sieht man ein ’tsechisches Igel’ das Panzer aufhalten sollte.

Zwischen den beiden Betonblöcken sieht man die Meierei Aabybro.

Foto: Lokalhistorischer Verein Aaby Sogn.

Bild 1.2 – Auf dem Luftbild von 1956 kann man drei der insgesamt sechs Bunker, die Teil des Stützpunktes waren, gut sehen. Die drei Bunker gibt es noch heute. Das Bild ist Richtung Nordwesten aufgenommen: Im Vordergrund sieht man Aagården, in der Mitte ist die Meierei Aabybro und im Hintergrund lässt sich die vornehme Bebauung in Kaas erkennbar,

Foto: Det Kgl. Bibliotek.

Planche 2: Aufbau des Stützpunktes

Ryå als natürlicher Panzergraben

Die beiden grossen Hauptstraßen, die es heute gibt – die Landstraße von Thisted im Westen und die Umgehungsstraße westlich von Aabybro – existierten damals nicht. Der gesamte Verkehr zwischen der Westküste und Aalborg musste deshalb die Brücke über Ryå (Ry Au) und durch Aabybro gehen. Die Au bildete daher eine natürliche Sperre für Panzer und andere Fahrzeuge. Deshalb war es logisch die Brückeund die Meierei im Falle einer Landung der Alliierten an der Westküste als Sperrstellung auszubauen.

Bild 2.1 – Eine Reihe von sehr präzisen Mienenkarten vom Mai 1944 zeigen detailliert, wie das Gebiet um Aabybro mit Minen geschützt wurde. Das Bild zeigt die Übersichtskarte. Rechts befindet sich Aabybro. Das Gebiet zwischen dem Ort und der Ryå ist voller Minenfelder (gekennzeichnet als längliche Vierecke) und um die Straßen- und Eisenbahnbrücke gab es Stacheldrahtverhaue und MG-Stellungen. Die südlichsten Mienenfelder grenzen an den Stacheldrahtverhauen um Munidorf.

Nur eines der sechs Mannschaftsbunker sind eingezeichnet. Der Rest wurde wahrscheinlich erst im Sommer 1944 errichtet.

Foto: Rigsarkivet (Reichsarchiv)

Bild 2.2 Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Planche 3: Die Deutschen und die Ortsbevölkerung

Bis zu 600 deutsche Soldaten bei Aabybro stationiert.

Die dänische Widerstandsbewegung erhielt zahlreiche Informationen von der örtlichen Bevölkerung, über die Bauaktiviteten der deutschen Streitkräfte.  Die Informationen geben ein gutes Bild.

Februar 1944 nahmen die Aktivitäten im Gebiet erheblich zu. Missionshäuser, Gemeindehäuser, Schulen und Bauerhöfe wurden beschlagnahmt und Baracken wurden gebaut, um als Unterkünfte für deutsche Soldaten zu dienen. Im März 1944 war von bis zu 600 Soldaten die Rede.

Detaillierte Nachrichten aus der Lokalbevölkerung

Es gibt viele von Hand gezeichnete Skizzen und Beschreibungen des Stützpunkts, die vom Hauptquartier der Widerstandsbewegung empfangen wurden. Die Aufzeichnungen waren sehr genau und enthielten mehrere Details, die nicht aus den deutschen Karten hervorgingen.

Bild 3.1 – Der Bunker im Vordergrund ist weiß angestrichen und als ein Reetdachhaus getarnt. Hinter dem Bunker sieht man die Meierei Aabybro.

Bile 3.2 – Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 3.3 – Das Hotel und Gasthof von Sine Mumgaard wurde von der Wehrmacht als Unterkunft beschlagnahmt. Auf dem Bild sind Etagenbetten zu erkennen. Das Hotel lag am Stationsvej (heute Viaduktvej).

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 3.4 – Eine handgezeichnete Skizze über das Gebiet, das der Widerstandsbewegung zugespielt wurde. Die Karte zeigt Mienenfelder und Betonabsperrungen bei der Straßenbrücke Meierei i Åbybro.

Foto: Rigsarkivet.

Planche 4: Mienenfelder und Straßensperren

Festung Aabybro

Zusätzlich zu den Mienenfeldern und Stacheldrahtzäunen wurden Schützengräben und MG-Stellungen ausgehoben. Einzelne Panzerabwehr- und Flakgeschütze waren auch positioniert. An zwei Stellen war die Hauptstraße von Betonabsperrungen verengt, so dass jeweils nur ein Fahrzeug passieren konnte.

Flammenwerfer als Verteidigung

Bei den Betonabsperrungen waren Flammenwerfer installiert, die ferngesteuert waren. Sie ähnelten Gießkannen und konnten angeblich Flammen 40-50 Meter weit werfen. Man hat diese Waffe später an mehreren Stellen gefunden – zuerst jedoch beim Stützpunkt Aabybro.

Bild 4.1 – Falls die alliierten bei einem Angriff die erste Straßensperre überwinden konnten, stießen sie 200 Meter auf eine andere, die durch Minenfelder auf beiden Seiten geschützt war.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 4.2 – Das Gebiet zwischen Aabybro und Ryå war voller Minenfelder, und man tat klug daran die Äcker zu meiden.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 4.3 – Ein Artikel aus der örtlichen Zeitung Vendsyssel Tidende vom 31.Jjuli 1945 beschreibt die Funde beim Stützpunkt nach der Befreiung von der deutschen Besatzung.

Kilde: Vendsyssel Tidende, 31. juli 1945, Det Historiske Avisarkiv Nordjyske.

Bild 4.4 Die Deutschen hoben auch Panzergräben in dem Gebiet zwischen Aabybro und Biersted aus, wie es aus dieser Karte hervorgeht. Die Gräben waren 4 Meter breit und 2,5 Meter tief und mit Tannenästen befestigt.

Kilde: Jørn Junker.

Planche 5: Der Stützpunkt nach dem Krieg

Große Aufräumarbeiten

Der Stützpunkt Aabybro kam nie im Einsatz, und nach dem Krieg wurden die Arbeiten, um die Anlagen zu entfernen, schnell in Angriff genommen. Die massiven Betonabsperrungen wurden gesprengt und die Mienen geräumt.

Hardt wie Beton!

Fünf der sechs Mannschaftsbunker stehen noch heute. Sie liegen verteilt auf den Äckern und hinter Gebäuden. Der Bunker, auf dem Sie stehen ist, ein Beispiel. Viele Jahre war es von Erde zugedeckt, da es zu kostspielig war, ihn zu sprengen. Hinter der Meierei ist es möglich, einen der Aufenthaltsräume eines ähnlichen Bunkers zu sehen.

Eines der Bunker lag so dicht an der Hauptstraße, da der Stadtrat in den 1960ern beschloss, das er gesprengt werden sollte. Aber das war leichter gesagt als getan – es bedurfte 3 Versuche, bevor er ganz weg war.

Bild 5.1 und 5.2 Die großen Straßensperren aus Beton and der Straßenbrücke über den Ryå werden mit Sprengstoff bepackt und gesprengt. Es gab Straßensperren sowohl an der Westseite der Brücke wie auch an der westlichen Einfahrt nach Aabybro. Viele der deutschen Anlagen waren jedoch so mächtig, dass es sich nicht lohnte, sie zu entfernen.

Über der Staubwolke sieht man den Schornstein der Meierei.

Fotos: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Bild 5.3 Die Straßensperre westlich von Aabybro wurde auch gesprengt.

Foto: Lokalhistorisk Forening for Aaby Sogn.

Regelbau 621

Bunker nach dem Regelbau-Prinzip

Die deutschen Bunker wurden nach dem Regelbau-Prinzip gebaut – eine Art von Fertighaussystem für Bunker. Damit konnte man schneller und billiger Bauen. Der Bauleiter konnte aus den genormten Bautypen das auswählen, das für die Aufgabe und der Örtlichkeiten das passende war.

Sechs Bunker am Stützpunkt Aabybro

Der Bunker, auf dem Sie stehen, ist vom Typ Regelbau 621. Dasselbe gilt für die übrigen 5 Bunker am Stützpunkt Aabybro. Dieser Typ war einer der am meisten verbreiteten in Dänemark.  Die beiden Eingänge am nördlichen Ende führten zu eine Gasschleuse und von da in den Wohnraum. Hier gab es Platz für 10 Mann – 9 Etagenbette für die Mannschaften und 1 Einzelbett für den kommandierende Unteroffizier. Dazu kamen ein eiserner Ofen und ein Tisch. Rechts vom Eingang gab es eine Treppe zum Ausguck, wo es auch Platz für ein MG gab.

Zwei Meter Beton

Die Wand und die Wände hatten eine Stärke von 2 Metern, und sind 1,5 bis 2 Meter tief eingegraben. Wegen des hohen Grundwasserspiegels befinden sich die übrigen Bunker über der Erdoberfläche.

Dieser Bunker wurde 1973 im Verlauf der Errichtung einer Kläranlage zugedeckt und 2024, nach mehr als 50 Jahren, wieder freigelegt.

Bild 1.1 – Planzeichnung des Bunkertyps Regelbau 621. Es enthält präzise Angaben darüber, wie viel Erde entfernt werden muss, wie viel Beton benutzt wird und über die Widerstandskraft gegenüber Sprengstoffen.

Typ 621 war eines der am weitesten verbreitete Bunker in Dänemark.              

Bild 1.2 – Das Antennenrohr diente der Radiokommunikation. Normalerweise wurden die Antennen durch zwei Kuppeln geschützt. Das könnte darauf hindeuten, dass der Bunker nicht ganz fertiggestellt wurde, da die Antennen völlig ungeschützt sind.

Quelle: Jens Andersen, Bunkermuseum Hanstholm.

Bild 1.3 – Das Loch ist für ein Periskop gedacht. Hiermit konnte man vom Mannschaftsraum  die Umgebung beobachten. Ursprünglich gab es einen Deckel, mit denen die Löcher verschlossen gehalten wurden, wenn das Periskop nicht benutzt wurde.

Quelle: Jens Andersen, Bunkermuseum Hanstholm.

Bild 1.4 – Der Mannschaftsraum wurde durch einen eisernen Ofen erwärmt, da es im Winter sehr kalt werden konnte. Der Schornstein befindet sich an der westlichen Seite der Decke.

Quelle: Jens Andersen, Bunkermuseum Hanstholm.